1999 machte es die Bundeswehrmacht schon wieder ganz gut und bombte unter Schröder-Fischer-Scharpings Kommando einen Strom von Billigstarbeitskräften aus dem Balkan nach Deutschland. Weitere „Wiedergutmachungs“-„Auslandseinsätze“ folgten.
Angesichts der laufenden Kriegsvorbereitungen zur „Neuordnung Europas“ und der Umstellung auf Kriegswirtschaft nach Albert Speer’schem Vorbild drohen „Katzbach“-Erinnerungsinitiativen/Theaterstücke über die zugespitzteste Kriegswirtschaft als Alibiveranstaltungen missbraucht zu werden.
„Krieg ist Frieden, die Bundeswehr bietet Lebensperspektiven für jung und alt und Frau und Mann, Rüstung sichert Arbeitsplätze, Arbeit macht frei …“ Auch Opas können noch was nützen: im Heimatschutz die Heimat schützen, als un-iformierte Blockwartshelden Kriegstüchtigkeits-Zersetzer melden …

Ausschnitte mit HaBE-Text & Stimme, Wolfgang Stryi (Klarinette/Saxophon) des vor über 25 Jahren uraufgeführten Katzbach-Stückes folgen weiter unten.
Ganz am Ende der dokumentierte Versuch Tom Königs (GRÜNE) die Ex-SS-Hausbank „DRESDNER BANK“ zu schonen.
Der durch die grünen Kriegstreiber verstärkte Boykott verringerte die Einnahmen und damit die Finanzierung des behindertengerechten Umbaus der Wohnungen der Überlebenden „Katzbach“-Häftlinge. Alle beteiligten KünstlerINNEN, Musiker, Komponisten, Schreiber, Darsteller, Bühnenbildner usw. verzichteten -bis auf Dirk Hülstrunk & Partner- auf ihre Gagen, spendeten selbst noch darüber hinaus für dieses Projekt gegen das Vergessen.
Und jetzt, nach 25 Jahren spielen sich die Boykotteure als die großen Förderer auf und nutzen die „Katzbach“-Initiativen als Tarnmanöver für ihre Kriegsvorbereitungen, Waffenlieferungen ….

Die FR hatte auf dem Tom „Königs-Weg“ die 1. Aufführung im Gallustheater sehr mager und die 2. Uraufführung falsch angekündigt, da die Dresdner Bank schon auf dem Plakat so schlecht weg kam. Die Kommunen an der Strecke des Todesmarsches von Frankfurt bis Hünfeld haben sich (bis über 2017) geweigert, das Stück aufführen zu lassen. Offenbar wollte man es sich nicht „mit dem grünen Band der Sympathie“ verscherzen.
Der selbstverständlich nicht öffentlich geäußerte Druck gegen die Aufführung war so groß, dass selbst die IG-Metall-Schule in Bad Orb eine Aufführung des Stückes in ihren Räumen verweigerte.
Der Main-Kinzig-Kreis beantwortete eine Anfrage wegen einer Aufführungsreihe im Rahmen des Osthessischen Kultursommers mit höchstem Lob für das “kulturell hochangesiedelte Projekt”, stellte aber seine großzügige Unterstützung von 600,-€ nur unter der Bedingung in Aussicht, dass es uns gelänge, weitere Sponsoren zwischen Maintal, Hanau, Gelnhausen, Wächtersbach, Bad Orb, Steinau, Schlüchtern bis hoch nach Hünfeld zu finden. Diese Bedingung stellte der Kreis in Kenntnis unserer aktuellen Veröffentlichungen über die Vernutzung von Zwangsarbeit, bis hin zur Zwangsabtreibung bei Zwangsarbeiterinnen, wegen der zu befürchtenden Produktions-Einbußen in der Rüstungsindustrie (z.b. bei VERITAS). Wir nannten damals die Klarnamen der Zwangsarbeitsprofiteure: Kirchengemeinden, Rotes Kreuz, Krankenhäuser, Heraeus, Dunlop, Gemeindeverwaltungen, Kreissparkassen, Groß- und Kleinbetriebe, fürstlich Büdingensche Betriebe ebenso wie die der “Arisierungsgewinnler”, der “Judenschnäppchen”-Ersteigerer, von Betten-Schmidt bis Opel-Haus Hempel … bei der Villa des Rechtanwaltes Sondheimer von der NS- “Kraft durch Freude” über die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung bzw. ihr “Müttergenesungswerk”, die Hessische Landwirtschaftskammer, das Land Hessen und heute eine Immobilien-Firma. Hehlergut aus der “Arisierung!!! …..
Auf diesem Hintergrund war das Finden von Sponsoren so gut wie unmöglich und prompt hatte der Main-Kinzig-Kreis 600,-€ gespart.
die IG-Metall könnte weiter weitgehend ungestört & mitbestimmt Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie sichern wie zusammen mit anderen DGB-Gewerkschaften auch beim Klempner-& Schreinerhandwerk, der Kriegsgräberfürsorge & beim Prothesenbau. Wie weit ist es denn von der FORDschritts-Sicherung durch korrupte US-„Gewerkschaften“ bis zur Verwandlung der IG-Metall zum Beispiel zur IG-Rheinmetall, zur „Interessen-Gemeinschaft-Rheinmetall“?
Siehe auch hier: Das Frankfurter ADLER-KZ „Katzbach“, der Todesmarsch & die Dresdner Bank, das Docullagestück – barth-engelbart.de
Konzentrationslager Adlerwerke in Frankfurt am Main: Wiedergutmachung
Foto: Bernd Löser
Wiedergutmachung
Wieder gut machen
Wieder machen, gut machen
gut wiedermachen
Weiter machen, besser machen
Es wird schon wieder gut
alles wird gut
Wir machen nicht viel anders
wir machen nur vieles besser
Wehrmacht wieder gut
Wehrmacht wieder gut gemacht
Beute wieder gut machen
Wieder Beute gut machen
Heute wieder gut Beute machen
Beutegut heute wieder Guthaben
Wieder gut haben durch Beutegutmachung
heute machen wir es schon wieder gut
Wir machen‘s schon wieder ganz gut
Die Wehrmacht macht‘s auch schon wieder ganz gut
Verfolgung, Mord, Todesangst, Verstümmelung
durch Beutegeld wieder gut machen?
is ja gut
kein Geld
Kleingeld macht sich ganz gut
Ja doch, macht‘s gut, aber macht euch endlich
Jetzt ist es aber gut.
Entschädigung
Erledigung
Enderledigung
Entschuldigung
entschuldung
Erlöse
Erlösung
End erlösung
Problemlösung
Endlösung
Schädlingserledigung
Entlausung
Entschuldigung
Entlausung
Entschuldigung
Vergasung
Erschießung
Enthauptung
Behauptung
Schmutzbehauptung
Rufschädigung
Rasche Erledigung
Losung
erlöse der Endlösung
erlöse uns von den Schädlingen
Entschuldung
Entsorgung
letztendlich
sind wir die Schuld los
Geschädigten
schutzlose Opfer
drohender
Entschädigungsschäden.
Hartmut Barth-Engelbart in: »… sie starben mitten in Frankfurt unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank …« Das KZ Katzbach/Adlerwerke — Versuch einer Aufarbeitung mit Instrumenten und Stimme aufgeführt am 14. September 1999, im Gallustheater Frankfurt, Kleyerstraße
Gegen das Vergessen: Übersicht < Aktionen < szenische Collage < Aufzeichnungen < Musik von Wolfgang Stryi (Audio)
Wolfgang Stryi: Von der Schreibmaschine zum Schützenpanzer
„Von der Schreibmaschine zum Schützenpanzer“, gespielt von Wolfgang Stryi auf der Bass-Klarinette
Foto: Bernd Löser
„Da wo meine Worte nicht ausreichten nicht hinreichten da war Wolfgang Stryis Musik, das übermenschlich menschliche Schreien seiner Stimmen und seine Stille. Er ist mir immer zur richtigen Zeit ins Wort gefallen.
Beim Schreiben des letzten Teils meines Buches — der Danksagung und Widmung — habe ich kurz in die FR gesehen und im Feuilleton am 24.02.2005 gelesen:
UNGESPIELTE MUSIK
Wolfgang Stryi ist tot.
Der Plan, unser gemeinsam entwickeltes KZ-ADLERWerke-Stück im September entlang der Hakenkreuzwegstrecke des Todesmarsches der 350 überlebenden ADLER-Zwangsarbeiter von Frankfurt durch den Main-Kinzig-Kreis aufzuführen, wird zum 60. Jahr des Kriegsendes nicht zu realisieren sein.
Wer kann Wolfgang Stryis Part übernehmen?“
Aus einem Nachruf von Hartmut Barth-Engelbart
Gegen das Vergessen: Übersicht < Aktionen < szenische Collage < Aufzeichnungen < Lohnberechnung (Transkript und Audio)
Vorenthaltener Lohn
„Vernichtung durch Arbeit für den Extraprofit“. Danuta Weig liest Namen ermordeter KZ-Häftlinge, während Hartmut Barth-Engelbart im Wechsel den sich über die Jahre verzinsenden Wert des vorenthaltenen Lohns vorträgt.
Foto: Bernd Löser
Zwischen 22. August 1944 und 23. März 1945 arbeiteten in den Adlerwerken durchschnittlich ständig 1000 KZ-Häftlinge täglich 12 Stunden, 7 Tage in der Woche an insgesamt etwa 212 Tagen oder 30 Wochen. Sie erhielten keinen Lohn.
Der durchschnittliche Lohn im Jahr 1944 und 1945 betrug in Deutschland für angelernte Arbeiter und Facharbeiter 106,5 Reichspfennige die Stunde.
Vorenthaltener Lohn pro Häftling:
212 x 12 = 2544 Stunden x 106,5 Reichspfennig = 2709,36 RM
Vorenthaltener Lohn insgesamt:
2.709,36 x 1000 Häftlnge = 2.709.360 RM
1945 | 2.709.360,00 |
---|---|
1946 | 2.957.781,60 |
1947 | 3.135.248,50 |
1948 | 3.323.363,41 |
1949 | 3.522.765,21 |
1950 | 3.734.131,12 |
1951 | 3.958.178,99 |
1952 | 4.195.669,73 |
1953 | 4.447.409,91 |
1954 | 4.714.254,51 |
1955 | 4.997.109,78 |
1956 | 5.296.936,37 |
1957 | 5.614.752,55 |
1958 | 5.951.637,70 |
1959 | 6.308.735,96 |
1960 | 6.687.260,12 |
1961 | 7.088.495,73 |
1962 | 7.513.805,47 |
1963 | 7.964.633,80 |
1964 | 8.442.511,83 |
1965 | 8.949.062,54 |
1966 | 9.486.006,29 |
1967 | 10.055.166,67 |
1968 | 10.658.476,67 |
1969 | 11.297.985,27 |
1970 | 11.975.864,38 |
1971 | 12.694.416,24 |
1972 | 13.456.081,22 |
1973 | 14.263.446,09 |
1974 | 15.119.252,86 |
1975 | 16.026.408,03 |
1976 | 16.987.992,51 |
1977 | 18.007.272,06 |
1978 | 19.087.708,39 |
1979 | 20.232.970,89 |
1980 | 21.446.949,14 |
1981 | 22.733.766,09 |
1982 | 24.097.792,06 |
1983 | 25.543.659,58 |
1984 | 27.076.279,15 |
1985 | 28.700.855,90 |
1986 | 30.422.907,26 |
1987 | 32.248.281,69 |
1988 | 34.183.178,59 |
1989 | 36.234.169,31 |
1990 | 38.408.219,47 |
1991 | 40.712.712,64 |
1992 | 43.155.475,39 |
1993 | 45.744.803,92 |
1994 | 48.489.492,15 |
1995 | 51.398.861,68 |
1996 | 54.482.793,38 |
1997 | 57.751.760,99 |
1998 | 61.216.866,65 |
1999 | 64.889.878,64 |
2000 | 68.783.271,36 |
- Kazimierz Romankiewicz
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- Józef Przybyłowicz
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Gegen das Vergessen: Übersicht < Orte < Das Grab < Auseinandersetzung
Auseinandersetzung um den Text auf dem Gedenkstein
1996 hatte der Verein LAGG, Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim, und die neu gegründete “Initiative gegen das Vergessen” einen Wettbewerb für einen Gedenkstein für das Gemeinschaftsgrab der ermordeten KZ-Häftlinge auf dem Hauptfriedhof ausgeschrieben. Ausgewählt wurde eine Arbeit des Frankfurters Dirk Wilhelm Bührmann: der versunkene Sarkopharg. Am 31. März 1997 stellte der Verein an das Garten- und Friedhofsamt den Antrag auf Genehmigung des Gedenksteins, dessen Einweihung im Beisein von Überlebenden des KZ für den September des Jahres geplant war. Der Gedenkstein sollte folgenden Text haben:
Zum Gedenken
Hier ruhen 528 Menschen
Sie starben zwischen August 1944 und März 1945 in den Adler-Werken, in Frankfurt am Main.
Sie wurden durch Arbeit, Zwangsarbeit, vernichtet.
Sie verhungerten, starben an Entkräftung, an unbehandelten Krankheiten,
wurden zu Tode geprügelt.
Sie starben mitten in Frankfurt,
unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank.
Die Adler-Werke waren eine Außenstelle der Konzentrationslager Buchenwald und Natzweiler.Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.
Bert Brecht
Wir dokumentieren hier die Auseinandersetzung um die Zeile “unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank”:
Garten- und Friedhofsamt, Frankfurt 24.04.1997
Antrag auf Zustimmung für die Aufstellung eines Grabmales auf dem Hauptfriedhof der Grabstätte der Opfer des KZ-Außenlagers Katzbach/Adlerwerke in Gewann E, Nr. 157
Sehr geehrte Damen und Herren,
grundsätzlich stimmen wir Ihrem Antrag für die Aufstellung des Grabmales zu bis auf die Textpassage: „… unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank. …“
Wir sind der Auffassung, daß diese, aus dem Kontext gezogene und stark verkürzte Schuldzuweisung für das ansonsten sehr zu befürwortende Engagement zum Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers Katzbach /Adlerwerke auf einem Friedhof als einem Ort des stillen Gedenkens für das Memento mori inadäquat ist.
Wir bitten Sie deshalb, die Grabinschrift zu redigieren und kurzfristig bei uns erneut einzureichen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Heil
Ltd. Magistratsdirektor
LAGG e.V. Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim e.V., Frankfurt, 14.05.1997
Stellungnahme/Offener Brief
Stadt Frankfurt am Main Garten- und Friedhofsamt
Herrn Tom Königs
Mörfelder Landstr. 6
60275 Frankfurt a.M.
Unser Antrag auf Zustimmung für die Aufstellung eines Grabmales auf dem Hauptfriedhof der Grabstätte der Opfer des KZ-Außenlagers Katzbach /Adlerwerke in Gewann E, Nr. 157 mit folgendem Text:
Sehr geehrter Herr Königs,
mit Bedauern haben wir die Antwort Ihres Magistratsdirektors Herrn Heil auf unseren Antrag erhalten, worin zwar grundsätzlich der Aufstellung eines Grabmales zugestimmt wird, jedoch nur unter der Bedingung, aus dem von uns vorgesehenen Text die Passage „unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank“ wegzulassen.
Wenn die Ablehnung unserer Textpassage den Hintergrund hat, daß nicht nur die Aktionäre und die Dresdner Bank die Verantwortung für die im KZ-Katzbach / Adlerwerke geschehenen Greueltaten getragen haben, sondern das NS-Regime und viele andere daran ebenso beteiligt waren, stimmen wir Ihnen zu und werden uns bemühen, den Text entsprechend zu verändern bzw. zu ergänzen.
Wir finden es aber nicht richtig die von Ihnen abgelehnte Textpassage zu streichen. Unserer Auffassung nach haben die Aktionäre, wie die Dresdner Bank, einen finanziellen Nutzen durch die im KZ-Katzbach /Adlerwerke mit dem Tod von Menschen bezahlte Arbeit gezogen und müssen sich heute der Verantwortung stellen. Die Dresdner Bank hat unserer Aufforderung, die uns bekannten 11 Überlebenden des KZs wenigstens durch Zahlung einer angemessenen Summe für die erlittenen Qualen zu entschädigen, abgelehnt. Begründet hat der Vorstand der Dresdner Bank die Ablehnung damit, daß die Bundesregierung für derartige Anliegen zuständig sei und sie damals nur eine Kleinaktionärin ohne nennenswerten Einfluß gewesen sei. Diese Auffassung teilen wir nicht und haben daraufhin mehrmals versucht einen Gesprächstermin zu erhalten, um unsere Forderung verständlich zu machen. Gesprächstermine wurden zwar vereinbart, jedoch in allen Fällen kurzfristig von der Dresdner Bank abgesagt. Wir sind nicht der Meinung, daß die Dresdner Bank auf diesem Weg aus der Verantwortung für die damaligen Greueltaten entlassen werden kann.
Mit dem Text auf dem Grabmal wollen wir zum einen über die damaligen Geschehnisse informieren und haben außerdem den Willen, jeglichen Ansätzen von faschistischem Denken und Handeln in der heutigen Zeit entgegenzuwirken. Dazu gehört in unseren Augen aber auch, Verantwortliche von damals zu benennen und Hintergründe zu beleuchten. Gerade ein Friedhof als Ort der Stille und des Gedenkens, ist unserer Meinung nach ein geeigneter Platz um über gestern und heute nachzudenken.
Wir möchten Sie bitten, die Ablehnung der Textpassage „unter Mitverantwortung der Aktionäre und der Dresdner Bank“ unter Berücksichtigung dieser Stellungnahme neu zu entscheiden.
Mit freundlichem Gruß
LAGG, Angela Grünzel, Lothar Reininger
Stadt Frankfurt am Main
Tom Koenigs
Dezernent für Umwelt, Energie und Brandschutz, Frankfurt am Main, den 23. Juli 1997
Gedenkstein für Zwangsarbeiter der Adler-Werke
Sehr geehrte Frau Grünzel, sehr geehrter Herr Reininger,
seit Ihrem Offenen Brief vom 13. Juni ist einige Zeit vergangen. Sicher haben Sie jedoch Verständnis, daß ich vor einer Entscheidung zur Inschrift des Gedenksteins für die KZ-Häftlinge aus dem Lager Adlerwerke / Katzbach zunächst dem Vorstand der Dresdner Bank AG eine Gelegenheit zur Stellungnahme geben wollte. Inzwischen liegt mir eine Antwort auf mein Schreiben an den Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG, Herrn Jürgen Sarrazin, vor, die ich Ihnen gerne in meinem Dienstzimmer zugänglich mache.
Die Erwähnung der Aktionäre und der Dresdner Bank in der vorgeschlagenen Form erscheint mir für einen Gedenkstein auf einem Friedhof unpassend. Jenseits der Frage, ob die Dresdner Bank einen beherrschenden Einfluß bei den Adlerwerken besaß, wäre eine derartige Schuldzuweisung meines Erachtens mißverständlich, weil eine personelle Kontinuität damaliger Verantwortlicher und heutiger Mitarbeiter nicht gegeben ist. Daß Institutionen unter denselben Namen wie früher weiter tätig sind, bedeutet allerdings eine besondere moralische Verpflichtung für die heutige Führung. Der heutige Vorstand sollte ein eigenes Interesse haben, die damalige Zusammenarbeit einzelner Verantwortlicher mit dem NS-Regime offenzulegen und die Mechanismen im Zusammenspiel von Wirtschaft und Diktatur zu untersuchen. Die bisherige Unternehmensgeschichte der Dresdner Bank aus dem Jahr 1992, die mir Herr Sarrazin freundlicherweise hat zukommen lassen, macht es sich mit ihren pauschalen Rechtfertigungsversuchen allerdings zu leicht und ist in manchen beiläufigen Bemerkungen (“es ging etwas preußischer zu“) peinlich verharmlosend.
Offenkundig hat die öffentliche Kritik anläßlich der Feierlichkeiten zum 125jährigen Jubiläum der Bank dem Vorstand jedoch zu denken gegeben. So hat die Dresdner Bank nun – wie bereits die Deutsche Bank vor ihr – ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, um ihre Geschichte während der NS-Zeit wissenschaftlich aufzuarbeiten. Ich gehe davon aus, daß auch die Rolle der Dresdner Bank bei den Adlerwerken Gegenstand dieser Untersuchung sein wird. In jedem Fall werden sich durch das Forschungsvorhaben in nächster Zeit immer wieder Anknüpfungspunkte ergeben, um das in den Adlerwerken begangene Unrecht öffentlich zu thematisieren und das Leid der Opfer im Bewußtsein der Frankfurter Bevölkerung wachzuhalten, was ich für wichtig halte.
Provokationen und Pointierungen sind oft unerläßlich, um notwendige Debatten überhaupt in Gang zu bringen. Insofern hat bereits Ihr Vorschlag für eine Inschrift einiges bewirkt. Die weitere Aufklärung, welche Rolle die Dresdner Bank AG und ihr damaliger Vorstandsvorsitzender Carl Goetz bei den Adlerwerken gespielt haben, kann jedoch meines Erachtens nicht auf einem Gedenkstein und auf einem Friedhof geleistet werden. Man würde sich immer dem Vorwurf unzulässiger Verkürzung aussetzen. Außerdem müßte man sich auf eine – wenig ertragreiche – Debatte über Stilfragen gefaßt machen, die dem eigentlichen Anliegen – dem Gedenken an die Opfer – nur schaden könnte. Deshalb kann ich mich nur der Bitte von Herrn Heil, dem Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, anschließen, die Passage “unter Mitverantwortung der Dresdner Bank und ihrer Aktionäre“ nicht auf den Gedenkstein zu meißeln.
Falls Sie und Ihre Gäste dies wünschen, bin ich gerne bereit, die Überlebenden des Lagers Adlerwerke anläßlich Ihres Besuchs in Frankfurt am 8. September zu begrüßen. Bitte lassen Sie mich wissen, was ich tun kann, damit Frankfurt das großzügige Angebot Ihrer Gäste zum gemeinsamen Erinnern und zur Versöhnung angemessen würdigt.
Mit freundlichen Grüßen
Tom Koenigs
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Ja, mit Arbeiten kennen sie sich aus. Und mit Gehorchen (im Norden) und Beten (im Süden). Mit Bismarck kam alles dreie zusammen, gehorsam arbeiten wurde Gottesdienst. Und auch sonst immer gern dienstbar und gefällig diese Reichsdeutschen. Zum Beispiel den Briten. In deren Behuf Bismarck Dschörmanie gründete als Sperriegel, damit Frankreich und Rußland nicht gemeinsame Sache machen können und die Briten von den Weltmeeren putzen. Nein, kein Zufall, daß die Reichsgründung mit Krieg gegen Frankreich zusammenfiel.
So ist das, wenn einer den Imperialisten und Globalisten den Subunternehmer macht. Ging nicht gut aus, sind die allermeiste Zeit die Dummen geblieben.
Siehe Wilhelm II. Der verfiel cäsarischem Größenwahn und mußte zu Royal Dutch Shell ins Exil. Nachdem er Rockefeller und Nobel (Baku Oil) geholfen hatte, Rußland mithilfe Lenins zu ihrer Kolonie zu machen (Amtorg Trading).
Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, Größenwahn. Denn so richtig auf die Fresse gefallen ist Dschörmanie dann mit Hitler. Ja, die Deutschen, das sind schon so rechte Trottel. Und linke. Usw. Muß man sich nur umblicken heute.
Lernen nicht dazu, sind geborene Untertanen, Helfershelfer. Aber arbeiten, das können sie. Und arbeiten lassen. Und vernichten. Derzeit gerade sich selbst, bzw. retten sie die Welt vor dem Klimakollaps, diese grausam dummen Trottel.
Zwei traditionelle Möglichkeiten, damit umzugehen. Erste:
https://m.youtube.com/watch?v=bSzJeaMvqlw
Zweite, ein Zitat: Ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören. (Arthur Schopenhauer)